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Jede Rasse hat heute ihre gesundheitlichen Probleme, manche mehr und manche weniger.
Zucht sollte bedeuten, dass nicht nur auf Schönheit selektiert wird, sondern auch die Gesundheit und das Wesen (vorallem in der heutigen Zeit) im Vordergrund stehen !!!
Es liegt es in der Verantwortung des einzelnen Züchters ob er auf diese Weise nicht nur für das Wohlbefinden des Einzeltieres, sondern auch für die Zucht gesunder Rassen einen wichtigen Beitrag leistet !!!
Es gibt beim Staffie genauso HD-, ED- und Patellaluxations-Probleme - meine Winnie ist das "beste" Beispiel dafür. Sie ist ED und Knie operiert, hat mittlere HD und hat als Jungtier eine generalisierte Demodex gehabt.......
Abgesehen davon gibt es bereits etliche Statistiken in Schweden und anderen nordischen Ländern, wo ersichtlich wird, dass hier für die Zukunft verstärkt das Augenmerk gelegt werden muss. In diesen Ländern wird bereits eine repräsentative Anzahl von Staffies seit Jahren untersucht.
Um nur ein Beispiel zu nennen - Rosemary Asberg untersucht seit Jahren ihre Hunde und Nachkommen: Kennel Kronsäter, Button "KronsäterStatistik"
MIT ERBLICHER DISPOSITION
ZUR TERMINOLOGIE
ERBKRANKHEITEN sind Erkrankungen, für deren Entstehung krankhaft veränderte Erbanlagen eine entscheidende Rolle spielen und die nach den Mendelschen Gesetzen auf die Nachkommen vererbt werden.
Von ERBLICHER DISPOSITION spricht man, wenn eine vererbte erhöhte Krankheitsbereitschaft, eine erhöhte Anfälligkeit des Organismus für Erkrankungen besteht.
Hier sollen nur einige Krankheiten angesprochen werden die auch beim Staffordshire Bullterrier vorkommen KÖNNEN. Selbstverständlich ist nicht jeder Vertreter unserer Rasse betroffen, grundsätzlich haben sehr viele Hunderassen ähnliche Probleme.
L-2-HGA
Bei L-2-HGA (L-2-Hydroxyglutaric Aciduria) handelt es sich um eine neurometabolische Erbkrankheit beim Staffordshire Bullterrier. Vereinfacht gesagt kommt es zur Ablagerung von Säuren im Körper, welche sich besonders im Urin, Blutplasma und Gehirnflüssigkeit konzentrieren. Daraus folgen schwere zentralnervöse Störungen. Betroffene Tiere erkranken meistens im Alter von 6-12 Monaten, teilweise aber auch später. Sie zeigen epileptische Anfälle, "wackeligen" Gang, Zittern, Muskelsteifheit nach Belastung oder Aufregung und Verhaltensveränderungen.
Die Erkrankung wird autosomal rezessiv vererbt, die Mutation liegt auf einem Gen. Männliche und weibliche Tiere sind gleich betroffen. Da jeder Hund zwei DNA-Stränge besitzt, erkrankt er nur für den Fall, dass beide betroffen sind (Homozygot). Ist nur ein DNA-Strang verändert, brechen keine Symptome aus, aber der Defekt wird weiter vererbt. Damit ein Hund erkrankt, müssen also beide Eltern die Mutation tragen.
Es ist wichtig solche Träger aus der Zucht zu nehmen um die Krankheit völlig zu eliminieren.
HC (Hereditary Cataract)
Hereditäre Katarakt beim Staffordshire Bull Terrier wurde seit ca 20 Jahren als eine vererbte Erkrankung erkannt. Betroffene Hunde entwickeln Katarakte auf beiden Augen in einem frühen Alter. Der Zustand ist nicht angeboren, so dass die Linsen bei der Geburt normal erscheinen, aber die Katarakte mit ein paar Wochen bis Monaten entstehen bis zu einer resultierenden Blindheit mit 2 bis 3 Jahren.
Die Erkrankung zeigt eine autosomal-rezessive Vererbung: zwei Kopien des defekten Gens (eines von jedem Elternteil vererbt) müssen für einen Hund von der Krankheit betroffen sein. Hunde mit einer Kopie des defekten Gens und eine Kopie des normalen Gens - genannt Träger - zeigen keine Symptome, können aber das defekte Gen an ihre Nachkommen weitergeben. Somit ist es wichtig solche Träger aus der Zucht zu nehmen um die Krankheit völlig zu eliminieren.
HÜFTGELENKSDYSPLASIE (HD)
Ist eine komplexe und multifaktorelle Erkrankung des Hüftgelenks. Ein oder mehrere Gene, in denen Erbinformationen über die HD festgelegt sind, konnten bis dato nicht gefunden werden. Eine selektive Züchtung mit HD-FREIEN Hunden führt nachweislich zu einer Verringerung der Inzidenz (Rate neu Erkrankter in einem definierten Zeitraum), die Erkrankung kann aber nicht völlig eliminiert werden.
HD ist aber nicht nur eine genetisch bedingte Krankheit - hier spielen die Haltungsbedingungen vor allem bei grossen Hunderassen auch eine Bedeutung (Bewegungsintensität und Nahrung).
D.h. übermässige, körperliche Aktivitäten des jungen Hundes (Sprünge und Spiele, durch welche ständige Schläge auf die Gelenke ausgeübt werden oder z.B. stundenlanges gehen auf Asphalt sollten vermieden werden). Und es ist auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu achten - keine zu schnelle Gewichtszunahme (zuviel Kalzium, Protein, Energie) im ersten Lebensjahr. Leider füttern viele Leute gerade die Welpen und Junghunde viel zu dick, dies wirkt sich gerade bei grossen, schweren Rassen sehr schädlich aus. Aber auch einem Staffie tut man hier nichts Gutes!
ELLBOGENGELENKDYSPLASIE (ED)
Unter der ED werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefaßt, die das Ellenbogengelenk betreffen: OCD, Processus anconaeus isolatus, fragmentierter Processus Coronoideus medialis (FPC) u.a.. Sie alle können als Erbumwelterkrankungen aufgefaßt werden. Prädispositionen dafür werden polygen vererbt. Durch Anpaarung von Hunden ohne ED konnte die Häufigkeit (ähnlich wie bei der HD) herabgesetzt werden. Beim FPC kommt es durch unterschiedliches Längenwachstum von Ulna (Elle) und Radius (Speiche) zu einer Stufenbildung im Ellbogengelenk. Auftreten meist im Alter von 4 bis 12 Monaten. Beim isolierten Processus anconaeus kommt es nicht zur Vereinigung des Processus anconaeus mit der Ulna, was wiederum zu arthrotischen Veränderungen führt.
PATELLA-LUXATION
Patellaluxation ist eine Kniegelenksverletzung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung springt (Luxation). Meist bewegt sich die Kniescheibe spontan in ihre Ursprungsstellung zurück (Reposition). Selten verbleibt sie in ihrer Verrenkungsstellung außen am Kniegelenk (lateral).
Die Kniescheibenluxation tritt vorwiegend bei kleineren Hunderassen meist im ersten Lebensjahr auf. Typisch ist der hüpfende Gang mit zeitweiser normaler Belastung aller Beine und zeitweise völliger Entlastung eines Hinterbeines. Die Hunde haben Schmerzen.
Bei der Patellaluxation werden in der Regel Blutgefäße verletzt, wobei es zu einem Bluterguss kommt. Häufig wird nach der Luxation auch eine Gewebeflüssigkeitsansammlung im Kniegelenk festgestellt. Durch jede Luxation wird das innere (mediale) Kniescheibenband gedehnt, was zur Folge hat, dass es wiederholt und noch schneller zu einer weiteren Luxation kommen kann. Durch die Dehnung des Bandes hat die Kniescheibe keinen festen Sitz mehr in ihrer Position.